Das Galaxy Note 8 ist da. COMPUTER BILD berichtet live über die Vorstellung des Nachfolgers des Galaxy Note 7 – außerdem hatte die Redaktion bereits Gelegenheit, das Note 8 in der Praxis unter die Lupe zu nehmen. Die ersten Eindrücke liefert dieser Praxis-Test!
Warum noch ein Galaxy Note?
Die Galaxy-Note-Serie hat Geschichte geschrieben: Ende 2011 stellte Samsung das erste Note-Modell vor, mit aus damaliger Sicht „riesigem“ 5,3-Zoll-Display – und begründete damit den Trend der XXL-Smartphones („Phablets“). Heute sind solche Größen längst Normalmaß. Dennoch bringt Samsung jetzt ein neues Modell: das Galaxy Note 8. Ist das bei der starken S-Klasse überhaupt noch sinnvoll? COMPUTER BILD hat es ausprobiert und das neue Modell noch vor dem Marktstart unter die Lupe genommen.
Galaxy Note 8: Aha, ein eckiges S8!
Nimmt man das Note 8 in die Hand, fühlt man sich unweigerlich an das Galaxy S8 Plus erinnert: Wie bei diesem besteht auch hier die Front praktisch nur aus einem in die Länge gezogenen Display im 18,5:9-Format. Wie von Samsungs Top-Modellen gewohnt ist das Display eine Augenweide: Die knackigen Farben und Kontraste sind bei der Konkurrenz unerreicht. Front und Rückseite sind aus Glas, das an den Rändern stilvoll gewölbt ist. Im Vergleich aber gibt es dann doch Unterschiede: So sind die Ecken nicht ganz so flach abgerundet wie beim S8, das Note 8 wirkt etwas kantiger und sachlicher. Außerdem ist der Bildschirm überraschenderweise noch ein Stück größer als bei dem großen S8 Plus, erreicht eine Diagonale von 6,3 Zoll statt 6,2 Zoll wie beim S-Flaggschiff. Wichtiger Unterschied zum S8 ist natürlich der Bildschirmstift (S-Pen), der wie bei allen Note-Modellen direkt im Gehäuse versenkbar ist. Im Vergleich zum Vorgänger ist die Spitze noch etwas feiner und laut Samsung auch druckempfindlicher. Neu: Notizen, die auf dem Standby-Schirm angeheftet sind, lassen sich um bis auf 100 Seiten erweitern. Studenten könnten also eine halbe Vorlesung mitschreiben, ohne das Gerät entsperren zu müssen. Außerdem ist die Nutzung von mehreren Apps nebeneinander vereinfacht worden: Man kann feste App-Paare festlegen, die man nach Wisch über die Seitenkante von rechts mit einem Fingertipp starten kann. Daraufhin erscheinen beide Apps auf Anhieb nebeneinander auf dem Bildschirm.
Die eigentliche Neuheit: Die Note-8-Kamera
Die eigentliche Neuerung des Galaxy Note 8 aber zeigt sich, wenn man es umdreht. Dort findet man eine Dual-Kamera mit zwei Kamera-Linsen nebeneinander. Wie beim iPhone 7 Plus sind zwei Kameras mit identischer Megapixel-Auflösung (12 Megapixel) verbaut, die sich aber in der Brennweite unterschieden: So kommt zur normalen Weitwinkel-Linse noch ein Teleobjektiv mit im Vergleich doppeltem optischen Zoom (aber etwas lichtschwächerer Blende). Besonderheit: Das Note 8 ist das erste Dual-Kamera-Smartphone, das auf beiden Linsen eine echte optische Bildstabilisierung bietet. Wie bei Apple & Co. erlaubt die Doppel-Linse nicht nur ein Zoomen mit besserer Qualität, sondern ermöglicht auch ein Spiel mit der Tiefenschärfe. Sowohl während der Aufnahme als auch nachträglich kann man festlegen, ob der Hintergrund gezielt unscharf erscheinen soll und wie stark dieser Live-Fokus-Effekt zur Anwendung kommt. Weiteres Extra: Optional speichert das Note 8 parallel zu jedem Tiefenschärfe-Foto (Nahaufnahme) auch eine Weitwinkel-Aufnahme vom selben Motiv, auf dem dann mehr von der Umgebung zu sehen ist. Im Test funktionierte das sehr gut. Die Fotoqualität selbst bewegte sich im ersten Check auf ähnlichem Niveau wie beim Galaxy S8, eine genaue Analyse der Bildqualität bei wenig Licht wird aber erst der Labor-Test zeigen.
Tiger unter der Haube, mit Dual-SIM
Im Inneren steckt ähnlich starke Hardware wie beim Galaxy S8 Plus: Das Note 8 soll in Europa mit dem Exynos-8895-Prozessor arbeiten. Der Arbeitsspeicher wächst gegenüber dem S8 von 4 auf 6 Gigabyte. Der interne Speicher bleibt bei 64 GB (rund 51 GB nutzbar)und ist nach wie vor per microSD erweiterbar. Die Maße: 162,4x74,8 Millimeter. An der Kante ist das Gerät 8,5 Millimeter dünn, die Kamera-Linsen aber ragen noch etwas aus dem Gehäuse heraus. Mit 195 Gramm ist das Note 8 recht schwer. Spannend: Anders als beim S8 gibt es das Note 8 vom Start weg auch als Dual-SIM-Version, allerdings nur im Samsung-Online-Shop.
Geht dem Note 8 die Puste aus?
Beim Akku-Test hatte sich das Galaxy S8 Plus nicht mit Ruhm bekleckert. Das Note 8 wird vermutlich sogar noch früher nach dem Ladegerät schreien: Die Akku-Kapazität schrumpft im Vergleich zum Galaxy S8 Plus von 3.500 auf 3.300 Milliampere-Stunden. Angesichts ähnlich anspruchsvoller Hardware dürfte der Note-8-Akku bei typischer Nutzung bereits nach knapp zehn Stunden erschöpft sein, eine halbe Stunde früher als beim S8 Plus. Warum aber verbaut Samsung bei einem Gerät für Power-Nutzer einen kleineren Akku? Ganz einfach: Samsung braucht den Platz für den Einschub des Bildschirmstifts. Außerdem hat Samsung beim Note 8 alles getan, um eine Wiederholung des Akku-Desasters des Note 7 zu vermeiden. Dazu gehört auch ein sicher verpackter Akku, der eben auch etwas mehr Platz benötigt.

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